Beziehungen und andere Katastrophen

Darsteller: John Benjamin Hickey, Phoebe Cates, Jennifer Beals, Jane Adams, Mina Badie
Es fällt nicht schwer, skeptisch zu sein, wenn ein paar Schauspieler mit guten Connections zusammen schnell mal ein Drehbuch hinwerfen, damit beginnen, ihre tollen Freunde mit Digitalkameras zu filmen und das Ganze dann einen Film nennen -- so geschehen bei Beziehungen und andere Katastrophen. Hier ist Jennifer Jason Leigh und Alan Cumming, die bereits am Broadway in Cabaret zusammengearbeitet haben, ein kleiner ungeschliffener Diamant geglückt.

Beeinflusst von Wer hat Angst vor Virginia Woolf? und The Player, ist Beziehungen das niederschmetternde Porträt einer wackeligen Ehe sowie eine scharfsinnige Betrachtung des Lebens in Hollywood. Die Charaktere basieren auf geradezu unheimliche Art auf ihren Hollywood-Pendants: Kevin Kline und Phoebe Cates spielen einen ständig Shakespeare zitierenden Schauspieler und dessen Ehefrau, die früher ebenfalls vor der Kamera stand; Gwyneth Paltrow ist ein aufstrebendes junges Starlet usw. Leigh selbst ist eine Schauspielerin auf dem absteigenden Ast und Cumming, Bestsellerautor und aufstrebender Regisseur, ihr Ehemann, mit dem sie sich erst kürzlich versöhnt hat. Sie veranstalten eine Party zu ihrem sechsten Hochzeitstag, und im Verlauf des Abends entwickeln sich die ständigen Enthüllungen über die Charaktere von einem angespannten Affentheater zu einer von Ecstasy-Pillen angeheizten unkontrollierten Eruption am Pool.

Das Drehbuch verbindet schrillen Humor mit Melodrama und enthält mehr Gesprochenes als Action (wie bei den Dogma-Filmen, von denen es beeinflusst wurde), doch die Bearbeitung ist durchweg überzeugend, auch wenn die Charaktere größtenteils nicht zu den sympathischsten gehören. Das hat zur Folge, dass Jennifer Beals letztendlich den größeren Namen die Schau stiehlt, allein weil sie sich als die menschlichste Figur von allen entpuppt -- die Einzige, die bei diesem Film tatsächlich aus dem Grund mitmachte, um das Engagement ihrer Freunde zu honorieren und nicht, um ihre eigene Karriere zu fördern. --Kathleen C. Fennessy

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